Wiesbaden. Als fatales Signal bezeichnet der Landtagsabgeordnete der Grünen, Jürgen Frömmrich, die Honorarkürzungen bei Psychotherapeuten um 4,5 %. Die Versorgungslücke in Waldeck-Frankenberg ist schon jetzt groß, Patienten müssen teils Monate auf einen Therapieplatz warten. Dieser Beschluss wird dazu führen, dass sich die Lage noch weiter verschärft.
„Wer die Vergütung für Kassenpatientinnen- und Patienten reduziert, setzt falsche Anreize. Therapeutinnen und Therapeuten werden noch stärker auf Selbstzahler ausweichen müssen, um wirtschaftlich zu arbeiten“, erklärt Frömmrich. Die Folge sei eine zunehmende Ungleichheit in der Versorgung – wer privat zuzahlen könne, erhalte schneller Hilfe, während gesetzlich Versicherte noch länger warten müssten.
Psychische Erkrankungen nähmen seit Jahren zu, doch psychotherapeutische Leistungen würden im Vergleich zu anderen Fachgruppen bereits jetzt unterdurchschnittlich vergütet. „Eine weitere Absenkung sendet ein verheerendes Signal: Sie zeigt, wie wenig Wert psychische Gesundheit in diesem System hat“, kritisiert der Abgeordnete. Zudem sei die Kürzung auch aus wirtschaftlicher Sicht kurzsichtig: Unbehandelte Erkrankungen verschlimmerten sich, führten zu Arbeitsunfähigkeit, Frühverrentung oder stationären Aufenthalten – mit hohen Folgekosten für die Gesellschaft.
„Es kann nicht sein, dass ausgerechnet bei der psychotherapeutischen Versorgung gespart wird, während die Nachfrage steigt“, so Frömmrich abschließend. „Eine frühzeitige ambulante Therapie verhindert nicht nur Leid, sondern spart auch langfristig Kosten.“

